Blutmond – ohne Blut

OK, OK, ich geb’s zu: Ich hatte keine Lust morgens um 4 Uhr draußen zu sitzen und den Blutmond zu fotografieren. Aber weil wir gleichzeitig Supervollmond hatten (ganz ohne Blut, aber voll und nah) fand ich die Szenerie am Abend vorher schön genug, um mir spontan meine Fotoklamotten zu packen.

Ich hatte noch keine rechte Idee, wo ich fotografieren wollte, aber mein Entschluss stand fest – und meine Ausrüstung ebenfalls. Ich nahm die Kamera mit 12-24 mm Objektiv  und machte mich auf den Weg. Wohin? Immer noch keine Ahnung. Erst als ich aus unserem Wohngebiet rausfuhr, kam mir die Idee, dass ein See jetzt genau das richtige Ambiente bieten könnte. Also bin ich zum „Reuter“ in der Emsdettener Bauernschaft Hollingen gefahren. Wie gesagt: alles spontan, daher schlecht ausgerüstet. Normale Straßenklamotten, nix Matschfestes, keine Taschenlampe und nur ein Objektiv – immerhin ans Stativ gedacht (aber das ist ja schon normal, wenn man abends rausgeht).

Location finden im Dunkeln, insbesondere an Seen geht eigentlich auch nur, wenn man sich ein bisschen dort auskennt. Da kommt mir meine Jugendzeit entgegen, wo wir regelmäßig zum Reuter gefahren sind, so manches mal mit dem Wagen illegal durch den Wald, teils illegal über einen Weg, der nicht für fremde Autos zugelassen war … naja, Jugend halt.

Ich fand recht schnell eine altbekannte Stelle, die mir im Gedächtnis geblieben war und die dankbarerweise auch noch im See sehr schön etwas hohes Gras wachsen ließ. Die Spiegelung des Himmels war toll, die heranziehende Wolkenfront von links schloss den Mond schön ein – machte mir aber ziemlich Druck, weil sie schnell näher kam. Ich habe jeweils ein Hoch- und ein Querformat erstellt, weil ich finde, das beides seinen Reiz hat. Einziges Problem beim Einstellen des Bildausschnitts: Ich hatte das Stativ so tief, dass ich nicht vernünftig durch das Okular schauen konnte. Also musste ich nach Gefühl einstellen. Dementsprechend hatte ich nachher nicht ganz gerade ausgerichtet – aber dafür gibt’s ja eine Software.

Hier jetzt die beiden Bilder:

Mondaufnahme Blutmond

15 Sekunden Belichtungszeit bei Blende 8… der Mond war ziemlich hell, wie ich finde.

 

20 Sek. belichtet, ebenfalls Blende 8. Aber im Querformat.

20 Sek. belichtet, ebenfalls Blende 8. Aber im Querformat.

 

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Maik